11. Dezember 2019userSteffi

Crossentwicklung des Diafilms AGFA PRECISA CT

Tatsächlich ist es so, dass ich meinen ersten crossentwickelten Film versehentlich so entwickelt hatte. Ich hatte Aufnahmen mit einem Diafilm gemacht, aber die Filmrolle anschließend nicht richtig als diese markiert. So kam es, dass ich den Film wie immer als C-41-Film entwickelte. Ich war überrascht, als ich die unerwarteten Ergebnisse sah und die komplette Farbverschiebung des Negativs. Ich scannte jedoch die Negative und analysierte, was der Grund dafür war. Am Ende stellte ich fest, dass ich unwissentlich eine Crossentwicklung gemacht hatte ;-)

In diesem Artikel möchte ich dich in die Welt der Crossentwicklung einführen... und zum Schluss bekommst du auch mein erstes crossentwickeltes Bild zu sehen.

Es gibt zwei Typen von Farbfilm:

Farbnegativfilm ist der am häufigsten verwendete Farbfilm. Dieser Filmtyp ist für die Verwendung zum Drucken vorgesehen. In der Regel mit Hilfe eines Vergrößerungsgerätes in der Dunkelkammer. Dieser Film wird mit der C-41-Chemie in einem gleichnamigen standardisierten Verfahren entwickelt. Typischerweise haben die Negative ein orangefarbenes Aussehen, das das Ergebnis einer Farbmaske ist.

Farbpositivfilm ist auch als Umkehr-, Dia- oder Transparentfilm bekannt. Er wird nach dem E-6-Verfahren entwickelt. Hier erhält man ein korrektes, positives Bild, das mit Hilfe einer Lupe oder eines Diaprojektors betrachtet werden kann.

Kamera Olympus XA

Objektiv F.Zuiko F/2.8 35mm

Film AgfaPhoto CT Precisa 100

Entwicklung C-41 Tetenal Kit

Was ist Crossentwicklung?

Von Crossentwicklung (auch X-Pro genannt) spricht man, wenn der Film absichtlich mit der falschen Chemie entwickelt wird. Zum Beispiel wird ein Farbnegativfilm standardmäßig mit der C-41-Chemie entwickelt. Nimmt man aber die E-6-Chemie, die normalerweise für Farbpositivfilm verwendet wird, macht man eine Crossentwicklung. Dasselbe kann auch umgekehrt gemacht werden.

  • C-41 mit E-6
  • E-6 mit C-41
  • C-41-Film kann auch mit Schwarz-Weiß-Filmentwickler z.B. D-76 entwickelt werden. Hier erhält man ein monochromes Negativbild.

Was ist das Besondere und wie wird es gemacht?

Die typischsten Merkmale der Crossentwicklung sind veränderte Kontraste und extreme Farbverschiebungen. Jeder Film hat ein anderes Aussehen. Die Farbverschiebungen können eine große Bandbreite von stark gesättigtem Rot, Blau, Grün usw. haben. Das Bild kann z. B. einen starken Blauton in den Schatten, aber ein starkes Gelb in den Lichtern haben.

Allgemein zeigt der in C-41 entwickelte E-6-Film einen geringeren Kontrast und hat gedämpfte Farben.

Wie wird eine Crossentwicklung gemacht?

Einige Filmlabore bieten an, Film cross zu entwickeln. Das muss man aber explizit angeben. Ansonsten wird der Film so entwickelt, wie es auf der Filmdose steht.

Am einfachsten ist es jedoch, wenn man den Film selbst entwickelt. Damit hat man die meiste Kontrolle über den Prozess. Bislang mache ich das mit dem Tetenal C-41 Kit und einem Jobo Rotationsentwickler. Ich entwickle Farbfilme nach dem C-41-Verfahren, so daß ich eine Rolle Diafilm problemlos mit crossentwickeln kann. Was die anderen Farbnegativfilme im Tank betrifft, kann ich sagen, dass ich keine nachteiligen Nebeneffekte festgestellt habe.

Betrachtung der Ergebnisse mit dem AGFA PRECISA CT 100

Im Folgenden zeige ich meinen kürzlich crossentwickelten Farbnegativfilm, einen abgelaufenen AgfaPhoto CT precisa. Die Bilder habe ich mit einer Olympus XA Kamera aufgenommen, die meine Lieblings-Reisekamera ist. Es ist eine kleine, leichte 35mm Messsucherkamera mit einem lichtstarken f/2.8 35mm Objektiv, das wirklich scharfe Bilder liefert.

Wie man auf den Bildern sehen kann, haben diese einen sehr dominanten Grünton und einen hohen Kontrast. Das erste Bild von Lübeck gefällt mir sehr gut. Der Himmel sieht extrem dunkel aus und hat im Vergleich zu den Häusern einen tollen Kontrast. Auch die grünliche Farbe vervollständigt einen surrealen Look.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich das unvorhersehbare Ergebnis der Crossentwicklung sehr mag. Man weiß nie wirklich, was man bekommt, aber das ist ja der Spaß an der analogen Fotografie.

Das Bild auf der linken Seite stammt von dem erwähnten ersten crossentwickelten Diafilm. Im Gegensatz zum AgfaPhoto sieht man beim Fuji Sensia 200 Film eine Farbverschiebung nach Rot und auch einen sehr starken Kontrast.

Kamera Pentax ME Super

Film Fuji Sensia 200

Entwicklung crossentwickelt mit dem C-41 Tetenal Kit

Weiterführende Links:


Kommentare

Franck(3. April 2021 09:44)

Hi, very interesting. Is dev time similar to standard C41 roll ?


Steffi(11. April 2021 09:56)

Hi Franck, thanks for your question and sorry for the late reply.
Yes, you are right. You develop the film according to the standard C-41 process with the same specified times. If you like the look, give it a try!
Enjoy taking pictures, bye Steffi


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